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/ 29. September 2025

Nachhaltigkeitsregeln verschoben – trotzdem aktiv werden

Die EU hat die Fristen für CSRD- und CSDDD-Berichtspflichten um bis zu zwei Jahre verschoben – dennoch lohnt sich ein frühzeitiger Einstieg. Welche Chancen jetzt bestehen und wie Unternehmen nachhaltig profitieren.

Einstieg: Verschoben, aber nicht aufgehoben

Die EU hat mit dem Omnibus-I-Paket und der Richtlinie 2025/794 entschieden, die Anwendung der Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) für Unternehmen der zweiten Welle auf Geschäftsjahre ab dem 01.01.2027 (für große Kapitalgesellschaften) bzw. ab 2028 (für kapitalmarktorientierte KMU) zu verschieben. Auch die Pflicht zur Umsetzung der Due-Diligence-Vorgaben der CSDDD wurde um ein Jahr verlängert: Für große Unternehmen gilt nun erst ab Mitte 2028/2029.

Warum es sich lohnt, jetzt trotzdem aktiv zu werden

Die neuen EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeit – etwa die CSRD und die CSDDD – sind zwar verschoben worden. Doch zurücklehnen sollten sich Unternehmen deshalb nicht. Die Umsetzung der Anforderungen ist komplex, gerade bei der Integration in bestehende Geschäftsprozesse. Wer sich jetzt auf den Weg macht, kann strukturiert vorgehen, passende Datensysteme aufbauen und späteren Zeitdruck vermeiden. Das verringert das Risiko teurer Fehler oder kurzfristiger Notlösungen. Hinzu kommt: Die Erwartungen von Kunden, Investoren und Geschäftspartnern steigen längst. Themen wie CO₂-Bilanzen, faire Lieferketten oder soziale Standards sind heute schon Teil vieler Ausschreibungen und Verhandlungen. Unternehmen, die hier transparent agieren und etwa freiwillig erste Nachhaltigkeitsberichte nach ESRS-Standards vorlegen, verschaffen sich einen echten Vertrauensvorsprung. Falls Sie in einem solchen Marktumfeld tätig sind, kann das ein entscheidender Vorteil sein. Und nicht zuletzt: Die Verlängerung der Fristen ist keine inhaltliche Entwarnung. Nachhaltigkeit wird langfristig zum festen Bestandteil guter Unternehmensführung – unabhängig von rechtlichen Vorgaben. Wer frühzeitig investiert, nutzt die gewonnene Zeit, um strategisch kluge und qualitativ hochwertige Strukturen zu schaffen. Das stärkt nicht nur die Position im Wettbewerb, sondern auch die Krisenfestigkeit gegenüber ESG-Risiken.

Joachim Welper