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30. März 2026

Familiengesellschaften: Das sind die Vor- und Nachteile

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Familiengesellschaften: Das sind die Vor- und Nachteile
Bild: © monkeybusinessimages/Getty Images
Als Instrument der Vermögens- und Unternehmensnachfolge sind Familiengesellschaften weit verbreitet. Sie dienen dazu, Vermögenswerte in der Gesellschaft zu bündeln und innerhalb der Familie strukturiert auf die nächste Generation zu übertragen. Die zahlreichen Vorteile einer solchen Gesellschaft überwiegen die Nachteile deutlich.

Wichtige Vorteile einer Familiengesellschaft

Der ursprüngliche Inhaber des Familienvermögens kann im Gesellschaftsvertrag regeln, dass er auch nach der Vermögensübertragung auf die Gesellschaft die Mehrheit der Stimmrechte und damit die Kontrolle über das Vermögen behält. Das gilt ebenso, wenn er nicht die Mehrheit der Gesellschaftsanteile hält und Anteile verschenkt. Zudem darf er durch disquotale (nicht den Anteilen entsprechende) Gewinnausschüttungen und Nießbrauchsrechte die Vermögenserträge individuell aufteilen und so seine Versorgung sichern.

Das übertragene Vermögen wird vor einer Zerschlagung geschützt und bleibt erhalten. So kann etwa bei einer Erbengemeinschaft von jedem Miterben jederzeit die Teilungsversteigerung erzwungen werden. Dem Gesellschafter einer Familiengesellschaft ist das nicht möglich. Er kann nur kündigen, was im Gesellschaftsvertrag für längere Zeit ausgeschlossen wird. Für den Fall der Kündigung sind zudem Abfindungsbeschränkungen zulässig.

Der Schutz des Vermögens ist auf weitere Weise vielfach möglich. So kommen als Gestaltungsmöglichkeiten etwa gesellschaftsrechtliche Nachfolgeklauseln im Todesfall, die Verpflichtung verheirateter Gesellschafter zur Herausnahme des Vermögens aus einem etwaigen Zugewinn, Ausscheidungsklauseln bei Insolvenz oder bestimmten Regelverstöße eines Gesellschafters sowie Einschränkungen der Übertragungsmöglichkeiten für die Gesellschafts-
anteile einschließlich einer erforderlichen Mitwirkung der anderen Gesellschafter (Vinkulierung) in Betracht. Auch können einzelne Gesellschafter je nach Gestaltung vor ihren Gläubigern geschützt werden.

Weitere Vorteile der Familiengesellschaft sind:

  • präzise Steuerplanung durch Nutzung steuerlicher Freibeträge bei Anteilsübertragungen
  • Einsatz von Nießbrauchsgestaltungen
  • steueroptimierte Gewinnverteilung
  • Beteiligungsmöglichkeit von Minderjährigen

Nachteil einer Familiengesellschaft

Regelmäßig bedarf eine Familiengesellschaft der ständigen steuer- und gesellschaftsrechtlichen Begleitung, etwa für Jahresabschlüsse, was zu hohen Kosten führt. Die Gestaltungen können zudem Notar- und Grundbuchkosten sowie Steuern auslösen.

Joachim Welper